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Osttiroler Unternehmen arbeiten an Innovation

Wie können kleine und mittlere Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll in ihre Innovationsprozesse integrieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine dreiteilige Kursreihe am MCI Campus Lienz. Mehr als 20 Vertreter:innen aus Osttiroler Unternehmen nahmen an der Veranstaltungsreihe „KI im Innovationsmanagement: Verstehen, anwenden, umsetzen im KMU“ teil. Organisiert wurde sie von der INNOS GmbH in Kooperation mit […]

Wie können kleine und mittlere Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll in ihre Innovationsprozesse integrieren?

Mit dieser Frage beschäftigte sich eine dreiteilige Kursreihe am MCI Campus Lienz. Mehr als 20 Vertreter:innen aus Osttiroler Unternehmen nahmen an der Veranstaltungsreihe „KI im Innovationsmanagement: Verstehen, anwenden, umsetzen im KMU“ teil. Organisiert wurde sie von der INNOS GmbH in Kooperation mit dem Digital Innovation Hub West (DIH West) und der Standortagentur Tirol. Geleitet wurden die Workshops von Oliver Som, Professor und Fachbereichsleiter für Innovations- und Technologiemanagement am MCI.

Im Mittelpunkt stand die praktische Anwendung von KI im Unternehmensalltag. Die Teilnehmer:innen erhielten zunächst eine Einführung in aktuelle Innovationsmodelle und den Stand der Künstlichen Intelligenz im wirtschaftlichen Kontext. Anhand konkreter Aufgaben – etwa Recherchearbeiten in der Europäischen Patentdatenbank – wurde sichtbar, wie KI-gestützte Werkzeuge Innovationsprozesse unterstützen und auslösen können.

Das Familienunternehmen Brüder Unterweger aus Thal-Assling nahm mit einem abteilungsübergreifenden Team an der Kursreihe teil. „Wir haben auf Basis der vermittelten Inhalte und mit Unterstützung externer Experten bereits mit der konkreten Umsetzung von KI-Anwendungen begonnen“, sagt Johanna Unterweger. „Wir haben KI bisher nur ganz oberflächlich zur Recherche genutzt, jetzt gehen wir in die Tiefe.“

Auch Stefan Vergeiner – ebenfalls Brüder Unterweger – sieht in der Kursreihe einen wichtigen Impuls: „Diese Kursreihe hat das Thema KI in einen breiteren, für Unternehmen relevanten Kontext eingebettet – und auch gezeigt, wo die Fallstricke sind. Es geht dabei auch um vor- und nachgeschaltete Prozesse und um Wissensmanagement.“ Im Unternehmen beginne man zunächst mit einfachen Anwendungsfällen, bevor komplexere Projekte umgesetzt werden. „Nicht euphorisch, sondern nüchtern, aber positiv“, so Vergeiner über den zukünftigen Umgang mit KI im Betrieb.

„KI wird unsere Arbeitswelt nachhaltig prägen. Deswegen ist es essenziell, dass Osttiroler Unternehmen entsprechende Strategien entwickeln, um Künstliche Intelligenz sinnvoll und effektiv einzusetzen. Mit dem DIH West haben wir dafür einen starken Partner gefunden, um diese für den Wirtschaftsraum Osttirol so wichtigen Themen zu vermitteln“, sagt INNOS-Geschäftsführerin Barbara Hassler.

Auch aus Sicht der Standortagentur Tirol spielt der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft eine zentrale Rolle. „Mit dem Digital Innovation Hub West machen wir Know-how aus Universitäten und Forschungseinrichtungen für Unternehmen in Tirol niederschwellig zugänglich“, sagt Geschäftsführer Marcus Hofer. „Die INNOS GmbH ist für uns ein zentraler Partner, um diese Angebote auch in Osttirol wirksam in die Region zu tragen.“

Für Wolfgang Passler, Geschäftsführer der METEK-Niederlassung in Osttirol, war der Workshop der erste richtige Kontakt mit der Künstlichen Intelligenz im unternehmerischen Kontext. „Hier wurden zunächst einmal die Grundlagen vermittelt, um KI-Umsetzungsmöglichkeiten im Betrieb überhaupt erst identifizieren zu können.“ Passler nimmt erste konkrete Ansätze mit, die interne betriebliche Abläufe optimieren können. In einem nächsten Schritt wird er seine Mitarbeiter:innen ins Boot holen, denn KI braucht Akzeptanz. Eine Entlastung durch KI-Anwendungen sieht er uneingeschränkt positiv, weil dadurch Ressourcen frei werden.

Oliver Som sieht den größten unmittelbaren Nutzen von KI vor allem dort, wo Routinetätigkeiten automatisiert werden können. „Ein erster Ansatzpunkt sind oft Aufgaben, die sich ständig wiederholen, viel Zeit kosten und von Mitarbeitende nur ungern erledigt werden. Wenn KI hier unterstützt, entsteht Freiraum für kreativere und wertschöpfendere Tätigkeiten.“

Langfristig werde KI zu einem festen Bestandteil sämtlicher unternehmerischer Prozesse werden: „KI wird ein untrennbarer Bestandteil des Betriebssystems von Unternehmen werden. Sie wird auf absehbare Zeit keinen Menschen ersetzen“, sagt Som. „Menschen, die kompetent mit KI umgehen können, werden aber andere Menschen ablösen, die nicht damit umgehen können.“

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