Wie offen ist Osttirol für Zuzug?
Wie offen ist Osttirol gegenüber Menschen, die neu in die Region kommen? Und was braucht es, damit Ankommen gelingt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Befragung im Rahmen des Interreg-Projekts „Willkommenskultur stärken“ der INNOS GmbH.
Die Erhebung entstand in Kooperation mit der Universität Wien im Bereich Humangeographie. Rund 75 Studierende führten an drei Tagen Straßenbefragungen in mehreren Orten Osttirols durch. Insgesamt wurden 309 Fragebögen ausgewertet: 196 von Personen aus Osttirol und Oberkärnten sowie 113 von Personen außerhalb der Region.
„Für unser Projekt ist die Befragung besonders wertvoll, weil wir dadurch nicht nur über Willkommenskultur sprechen, sondern ein konkretes Bild davon bekommen, wie Zuzug und Integration in Osttirol wahrgenommen werden und wo die Menschen selbst Handlungsbedarf sehen. Diese Rückmeldungen helfen uns dabei, künftige Maßnahmen gezielter an den tatsächlichen Bedürfnissen auszurichten“, erklärt Johanna Schachner, Projektmanagerin bei der INNOS GmbH.
Die Ergebnisse zeigen: Zuzug wird von vielen als Chance im Hinblick auf Fachkräftemangel, Überalterung und die Attraktivität der Region gesehen. Gleichzeitig werden Herausforderungen wie Wohnraummangel, mögliche Konflikte und soziale Belastungen wahrgenommen.
Ein Teil der Befragung beschäftigte sich damit, wie Menschen, die neu nach Osttirol kommen, willkommen geheißen werden. Dabei wurde zwischen der Haltung öffentlicher Stellen und jener der Bevölkerung unterschieden. Rund 87 Prozent schätzen Zugezogene bei öffentlichen Stellen als eher oder sehr willkommen ein, bei der Bevölkerung sind es rund 79 Prozent. Gegenüber Geflüchteten fällt diese Einschätzung deutlich zurückhaltender aus.
Als besonders wichtig für gelingende Integration zeigen sich Sprache, Arbeit und persönliche Begegnungen. Auch Offenheit, Toleranz und Vorurteilsabbau werden als zentrale Beiträge der Bevölkerung gesehen.
Von den Befragten außerhalb der Region können sich rund 71 Prozent grundsätzlich oder unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, länger in Osttirol zu leben oder zu arbeiten. Besonders attraktiv sind Natur, Landschaft und Lebensqualität. Als größte Hürde gilt die eingeschränkte Erreichbarkeit.
Willkommenskultur ist damit nicht nur eine Aufgabe von Institutionen, sondern entsteht im täglichen Miteinander. Offenheit, Interesse und persönliche Begegnungen können dazu beitragen, dass aus Ankommen auch Dazugehören wird.
Die Befragung ist nicht repräsentativ, liefert aber ein breites Stimmungsbild und wichtige Hinweise für die weitere Projektarbeit.





